Kreishandwerkerschaft informiert über Finanzierungsmöglichkeit für die Übernahme von Handwerksbetrieben
Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin gehört für viele etablierte Handwerksbetriebe zu den größten Herausforderungen. Laut den Ergebnissen des aktuellen Nachfolge-Monitorings der Förderbank KfW ist der Hauptgrund dafür, dass Betriebe ohne Nachfolgeregelung vom Markt verschwinden, die Tatsache, dass sie niemanden finden, der eine Existenzgründung in Form der Übernahme anstrebt.
Doch selbst wenn junge Fachkräfte die Chance ergreifen wollen, kann es Hürden geben. Zu den häufigsten gehört die Finanzierung. Schließlich haben die wenigsten jungen Meisterinnen oder Meister das nötige Kapital für den Kauf eines bestehenden Betriebs oder ausreichende Sicherheiten für einen Bankkredit. Doch das muss nicht unbedingt das Aus für alle Übernahmepläne bedeuten.
Wenn keine ausreichenden Sicherheiten zur Verfügung stehen, kann die Bürgschaftsbank Bremen mit so genannten Ausfallbürgschaften übernehmen. Wie das funktioniert und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, darüber haben jetzt Oliver Boss, Firmenkundenbetreuer der Bürgschaftsbank Bremen, und Falk Witte von der Unternehmensberatung Team Witte Bremen, im Auftrag der Kreishandwerkerschaft Bremen informiert.

Anhand von praktischen Beispielen erklärten Falk Witte (Mitte) und Oliver Boss (r.) den Weg zu einer durch Ausfallbürgschaften abgesicherten Nachfolgeregelung. Handwerkskammer-Vizepräses Hans-Joachim Stehr berichtete von der Nachfolgeregelung in seinem Fleischereibetrieb.
Witte betonte unter anderen die Bedeutung eines tragfähigen Geschäftskonzepts als „Eintrittskarte für Gespräche mit der Bank“. Anders als oft vermutet, komme es dabei nicht auf bis ins kleinste ausgearbeitete Umsatzprognosen oder ausgefeilte Marktstudien an. Wichtig für potenzielle Übernehmerinnen oder Übernehmer sein indes aufzuschreiben, sie den Betrieb in Zukunft aufstellen wollen. Dazu gehöre durchaus auch, Bewährtes fortzuführen.
Boss gab einen kurzen Einblick darin, welche Faktoren für die Bewertung und letztlich für die Gewährung einer Bürgschaft eine Rolle spielen. Dabei erwähnte er unter anderem die Punkte Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Infos rund um die Betriebsnachfolge: Die Kreishandwerkerschaft Bremen bietet für Innungsbetriebe und potenzielle Nachfolgerinnen oder Nachfolger regelmäßige Sprechtage zur Nachfolge an. Anmeldungen per Telefon unter 0421 22280-600 oder per Mail unter kh@bremen-handwerk.de. Die Handwerkskammer Bremen bietet für Existenzgründer, potenzielle Übernehmer sowie Betriebe, die übergeben möchten, Beratungstermine nach individueller Vereinbarung sowie Sprechstunden an. Die nächsten Sprechstunden sind am 6. August, 1. Oktober und 3. Dezember, jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: Kevin Kiefer, betriebswirtschaftlicher Berater, Tel. 30500-309, kiefer.kevin@hwk-bremen.de
