Generation Z: Konfliktpotenzial & Chance

Kammer hat zum Info-Abend für Mitglieder der Meisterprüfungsausschüsse eingeladen

Über „die Jugend von heute“ haben sich viele ältere schon immer beschwert. Umgekehrt schimpfen nicht wenige jüngere über ihre Eltern- oder Großelterngeneration. Im beruflichen Umfeld können solche Konflikte schlimmstenfalls Abläufe stören oder die Zusammenarbeit beeinträchtigen. Um das zu verhindern, ist Verständnis füreinander gefragt. Wie „tickt“ die jeweils andere Generation. Und welche Wertvorstellungen treiben sie an? Darum ging es jetzt beim jüngsten Treffen des Netzwerks mit Mitgliedern der Meisterprüfungsausschüsse.

Auf Wunsch der Prüferinnen und Prüfer hatte die Handwerkskammer eine Info-Veranstaltung rund um die „Generation Z“ (Jahrgänge 1995 bis 2010) organisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum die Mitglieder der „Gen Z“ so handeln, wie sie handeln.

Schnell stellte sich heraus, dass die Ursache vieler Konflikte häufig in Missverständnissen oder mangelnder Kommunikation liegt. Ulf Kuhlemann und Ramona Sudenfeld vom Projekt „Ausbildung bleib‘ dran“ des Zentrums für Arbeit und Politik an der Universität Bremen erläuterten, wie die Generation Z kommuniziert, nämlich direkt, schnell, digital und emotional offen. Auf Vertreterinnen und Vertreter der älterer Generation könne das unhöflich oder desinteressiert wirken.

Mit häufigen Fehlzeiten sprachen die Referenten ein weiteres Thema an, dass viele Ausbilderinnen und Ausbilder bewegt. Während es auf den ersten Blick so aussehe, dass der oder die Auszubildende einfach keine Lust habe, könnten die Ursachen auch tiefer liegen. Nicht selten würden Fehlzeiten aus einem Gefühl der Überforderung, aus Prüfungsangst, privaten Problemen oder psychischen Belastungen heraus entstehen.

Ein Fazit der Experten: Die Generation Z hegt andere Werte und Erwartungen an die Arbeitswelt und kommuniziert anders. Das kann Konflikte erzeugen, bietet aber auch Chancen, zum Beispiel bei der Nutzung von sozialen Medien und neuen digitalen Werkzeugen. Wichtig sein, nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern viel miteinander zu sprechen und damit Verständnis füreinander zu entwickeln.