Wer „Handwerker:in des Jahres“ werden will, muss in fünf Kategorien bestehen. Es gilt, Fachkräfte zu sichern, den Klimaschutz im Unternehmen zu verankern, den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu fördern, sich sozial zu engagieren und an die Nachfolge für den Betrieb zu denken. In diesem Jahr überzeugte Maik Boxberger von der Warneke & Schulz Bad & Heizung GmbH & Co. KG die Jury. Bei der großen Preisverleihung in der „Alten Werft“ nahm er die Auszeichnung gemeinsam mit seinem Vorgänger Kai Schulz entgehen.
Der Bremer Handwerksbetrieb zeigt eindrucksvoll, wie Ausbildung, gelungene Unternehmensnachfolge, Digitalisierung und Klimaschutz miteinander verbunden werden können. Maik Boxbergers eigene Laufbahn steht dabei beispielhaft für die Chancen im Handwerk: Sie begann mit einem Schülerpraktikum in dem Betrieb, den er heute als Inhaber und Geschäftsführer führt.
Langsame Übergabe mit Plan
Nach seiner Ausbildung, die er als einer der Besten seines Jahrgangs abschloss, arbeitete Boxberger zunächst als Geselle und absolvierte anschließend seinen Meister. Schritt für Schritt übernahm er mehr Verantwortung im Unternehmen. Die Nachfolge wurde langfristig vorbereitet: Der ehemaligen Inhaber und Geschäftsführer Kai Schulz übergab den Betrieb an Maik Boxberger und begleitet das Unternehmen bis heute als angestellter Meister. So wurde der seit den 1920er Jahren bestehende Bremer Handwerksbetrieb erfolgreich in die nächste Generation geführt.
Handwerkskammer-Präses Thomas Kurzke, sagt: „Das Handwerk ist beim Thema Wohnungsbau und Klimaschutz unverzichtbar. Damit es seine wichtigen Aufgaben auf diesen Gebieten auch künftig umsetzen kann, braucht es engagierte Nachwuchskräfte, die lang bestehende und erfolgreiche Betriebe übernehmen. Deshalb freut es uns besonders, in diesem Jahr einen Handwerker auszuzeichnen, der eine beispielhafte Handwerkerkarriere vom Praktikanten bis zum Chef vorlegen kann. Mit viel Elan und einem klaren Plan für die Zukunft zeigt er vielen jungen Menschen auf, welche Chancen das Handwerk bietet.“
Fokus auf der Ausbildung
Die Jury beeindruckte insbesondere, wie konsequent Warneke & Schulz in die Ausbildung junger Menschen investiert. Derzeit lernen elf Auszubildende im Unternehmen. An sogenannten Lehrlingsfreitagen können sie unter Begleitung erfahrener Ausbilder in einem firmeneigenen Ausbildungscontainer praktisch trainieren und sich gezielt auf die Prüfung vorbereiten.
Auch beim Thema Klimaschutz ist der Betrieb vorbildlich aufgestellt: Mit ihrem Know-how leisten Maik Boxberger und seine rund 30 Mitarbeitenden einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Gelichzeitig gehört das Unternehmen zu den digitalen Vorreitern: Nachwuchskräfte werden über einen professionellen Auftritt in den sozialen Medien angesprochen, Tablets gehören inzwischen ebenso zur Ausstattung wie klassisches Werkzeug und auch künstliche Intelligenz kommt zum Einsatz. Darüber hinaus unterstützt Maik Boxberger Vereine und lokale Initiativen in seinem Stadtteil.
Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Alexander Gündermann: „Maik Boxberger zeigt beispielhaft, wie Zukunft im Handwerk gelingt. Er hat selbst als Praktikant in dem Unternehmen angefangen, Verantwortung übernommen und führt heute einen traditionsreichen Bremer Betrieb erfolgreich weiter. Gleichzeitig investiert er mit großem Engagement in die nächste Generation: Elf junge Menschen werden aktuell bei Warneke und Schulz ausgebildet und gezielt auf ihren Beruf vorbereitet. Diese Verbindung aus gelungener Nachfolge, guter Ausbildung und dem Mut, den Betrieb konsequent weiterzuentwickeln, macht ihn zu einem würdigen Handwerker des Jahres 2026.“

Die Nachfolge-Experten Guido Vorwald (Sparkasse Bremen, l.) und Kevin Kiefer (Handwerkskammer) berichteten im Interview mit Moderatorin Lotta Polter über ihre Erfahrungen aus den Beratungen.
Katrin Detring-Pomplun (Friedrich Schmidt Bedachungs GmbH), Anika Verbrügge (Schmuckatelier Anika Verbrügge) und Svenja Genuttis-Wiebalck (H. Genuttis Sanitär- und Heizungstechnik GmbH, v.l.) haben erfolgreich Betriebe übernommen und berichteten über ihre Erfahrungen als Unternehmerinnen.


Preisgeld für den guten Zweck: Mit dem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro unterstützt Maik Boxberger den Verein Sterneneltern Niedersachsen Bremen.
Der Wettbewerb „Handwerker:in des Jahres“: Mit dem Preis „Handwerker:in des Jahres“ zeichnen die Sparkasse Bremen und die Handwerkskammer Bremen Menschen aus, die sich besonders um den wichtigen, regionalen Wirtschaftszweig verdient gemacht haben. Klaus Windheuser, Firmenkundenvorstand der Sparkasse Bremen, sagt: „Das Handwerk ist unverzichtbar für Deutschland und für Bremen – als wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder, für die Versorgung der Menschen und Unternehmen und für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Maik Boxberger zeigt eindrucksvoll, wie ein traditionsreicher Handwerksbetrieb erfolgreich in die Zukunft geführt werden kann: mit Investitionen in junge Menschen, einer gelungenen Nachfolge und Offenheit für neue Technologien. Als regionale Bank des Mittelstandes und traditioneller Partner des Bremer Handwerks begleiten wir die Betriebe bei ihren ganz unterschiedlichen unternehmerischen Herausforderungen. Wir stehen an ihrer Seite, wenn sie investieren, wachsen, sich verändern und die nächste Generation Verantwortung übernimmt.“

