Alexander Gündermann will zuhören, anpacken und gestalten

Der neue Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen im Portrait

Obwohl der 38-jährige Jurist erst seit wenigen Tagen im Amt ist, hatte er schon einige Gelegenheiten, das Handwerk in Bremen und Bremerhaven sowie die Menschen, die es ausmachen, etwas kennenzulernen. Seit Anfang August nahm er mit seinem Vorgänger Andreas Meyer viele offizielle Termine gemein[1]sam wahr. Aus den Gesprächen mit den Handwerkerinnen und Handwerkern nahm er immer wieder mit, dass Handwerk mehr ist als nur ein bedeutender Wirtschaftszweig.

„Handwerk ist auch ein Stück Kultur und eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Was mich besonders am Handwerk beeindruckt, ist der gelungene Spagat zwischen Tradition und Moderne. Die Betriebe, die ich bis bisher kennenlernen durfte, setzen zum einen erfolgreich auf die klassischen Stärken des Handwerks. Zum anderen gestalten sie mit dem Einsatz moderner Techniken auch gleichzeitig die Zukunft. Ich freue mich darauf, sie auf diesem Weg zu unterstützen und zu begleiten“, sagt Alexander Gündermann.

Was ihn außerdem an seiner neuen Aufgabe reizt, ist die Möglichkeit, vieles zu bewegen und zu gestalten. „Die Handwerkskammer Bremen vertritt einen sehr bedeutenden Wirtschaftszweig, ohne den fast nichts funktionieren würde. Pflegeheim bauen? Ohne Bauhandwerk unmöglich. Photovoltaik montieren? Ohne Elektroniker und Dachdecker nicht machbar. Unser tägliches Brot? Ohne Bäcker undenkbar. Krankenhäuser, Wärmepumpen, Glasfaser, Wasserstoffleitungen – alles hängt am Handwerk. Das finde ich absolut beeindruckend.“

Wie das Handwerk tickt und funktioniert, davon konnte sich Alexander Gündermann schon vor seinem Start bei der Bremer Handwerkskammer ein persönliches Bild machen. Sein Schwiegervater ist Elektrotechnikermeister. Auch deshalb sind ihm die Themen, die das Handwerk bewegen, nicht unbekannt. „Einen Schwerpunkt meiner Arbeit für die Handwerksbetriebe in Bremen und Bremerhaven sehe ich auf jeden Fall darin, die Ausbildung weiter zu stärken und damit auch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, sagt Alexander Gündermann.

Seine eigene berufliche Laufbahn hat ihn quer durch die Republik geführt. Aufgewachsen ist der gebürtige Oberpfälzer in Braunschweig. Nach einem Auslandsjahr in den USA inklusive High-School-Abschluss und dem Abitur in Braunschweig studierte er in Würzburg Jura und organisierte nebenbei für die dortige Würzburger Hofbräu Marketing-Events. Er arbeitete zunächst als Rechtsanwalt in der Nähe von Nürnberg. Danach wechselte er wieder nach Braunschweig, wo er als Abteilungsleiter bei der Industrie- und Handelskammer für eine breite Palette von Themen verantwortlich war, darunter Innovation, Umwelt, Energie, Sachverständigenwesen und Gründung.

Mit dem Wechsel zur Handwerkskammer Bremen hat er nun die nördlichste Markierung auf seiner beruflichen Landkarte gesetzt. Gemeinsam mit seiner Frau und der einjährigen Tochter lernt er gerade die Stadt kennen und lieben. Bei gemeinsamen Spaziergängen erkennt er auch im Stadtbild die vom Handwerk bekannte Mischung aus Tradition und Moderne.

„Die Menschen hier sind richtig freundlich und wir genießen die kurzen Wege. Alles ist irgendwie um die Ecke“, sagt Alexander Gündermann. Zu den negativen Schlagzeilen, die im Rest der Republik des Öfteren von Bremen zu lesen sind, sagt er: „Ich bilde mir gerne meine eigene Meinung. Und wenn man zu dem Schluss kommt, dass etwas vielleicht nicht optimal läuft, sollte man keinen Bogen darum machen, sondern aktiv daran mitwirken, es besser zu machen.“