Kammer befragt Bundestagsabgeordnete

Unter dem Titel „Goldener Boden im Herbst der Reformen – Chancen für das bremische Handwerk“ hatte die Kammer Bremer Bundestagsabgeordnete zur Diskussionsrunde in ihr Gewerbehaus am Ansgarikirchhof eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Parteien kleine und mittlere Unternehmen unterstützen wollen.

Bei der Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Handwerks-Ma(h)l-Zeit“ stellten
Präses Thomas Kurzke und Hauptgeschäftsführer Alexander Gündermann Fragen in den Mittelpunkt, auf die die Politik aus Sicht des Handwerks dringend konkrete Antworten geben muss.

Dazu gehörte die Frage, welche Impulse die Politik zugunsten der meist kleinen Handwerksbetriebe, die häufig indirekt von der allgemeinen Wirtschaftsschwäche
bedroht sind, setzen kann.

Uwe Schmidt (SPD) betonte unter anderem den Bürokratieabbau auf Seiten der Kommunen. Anders als häufig behauptet werden, habe die Bürokratie ihren Ursprung nicht allein beim Bund oder in Brüssel. Auch Thomas Röwekamp (CDU) sieht viel Potenzial zum Abbau von Bürokratie. Man müsse wegkommen von einer
„Missbrauchskontrollverwaltung“ und nicht alle Unternehmen unter Generalverdacht stellen, nur weil einige gegen Gesetze verstoßen.

Auch Sergej Minich von der AfD sprach sich für Bürokratieabbau aus. Henrike
Müller (Bündnis 90/Die Grünen), die vor ihrer Wahl zur Bremer Umweltsenatorin
und in Vertretung für die Bundestagsabgeordnete Kirsten Kappert-Gonther
an der Diskussion teilnahm, legte in ihrer Antwort den Fokus auf eine Senkung der
Energiepreise.

Doris Achelwilm (Die Linke) forderte, dass der Fokus in der Wirtschafts- und Energiepolitik mehr auf die kleinen und mittleren Unternehmen gelegt werden müsse. Einigkeit herrschte bei allen darüber, dass die Lohnzusatzkosten für kleine und mittlere Unternehmen aktuell zu hoch sind.