Handwerkskammer und Sparkasse Bremen verleihen Stefan Hagens von der HAIRLINER’S Hagens und Kaemena GmbH den Preis Handwerker des Jahres 2025.
Die Auszeichnung „Handwerker:in des Jahres“ geht dieses Jahr an Stefan Hagens von Hairliner´s. Der Bremer Friseurbetrieb zeigt eindrucksvoll, wie gesellschaftliche Verantwortung, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit im Handwerk verbunden werden können. Besonders hervorgehoben wurden das Engagement in der Ausbildung, die vorausschauende Regelung der Nachfolge sowie die konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Stefan Hagens legte 1991 erfolgreich seine Meisterprüfung im Friseurhandwerk ab und ist heute 57 Jahre alt. Unter seiner Leitung hat sich Hairliner´s nicht nur in Bremen, sondern sogar über Deutschland hinaus einen Namen gemacht: Der Betrieb wurde bereits mehrfach für seine Innovation und unternehmerische Leistung international ausgezeichnet.
Überdurchschnittliche Ausbildungsleistung
Die Jury beeindruckte insbesondere, dass Hairliner´s eine überdurchschnittliche Ausbildungsleistung bietet. Derzeit lernen sieben Auszubildende im Unternehmen, darunter auch eine Fachkraft aus Marokko im Rahmen eines Einstiegsqualifizierungsprogramms. Ergänzend gibt es kreative Förderprojekte, Fotoprojekte und – falls erforderlich – begleitenden Deutschunterricht.

Stefan Hagens geht das Thema Unternehmensnachfolge aktiv an und bindet seine Mitarbeiterinnen Kathrin Nickel (l.) und Simone Schweitzer schon heute in unternehmerische Entscheidungen ein.
„Handwerksunternehmen stehen heutzutage vor vielfältigen Herausforderungen. Sie müssen sich auf ihrem jeweiligen Markt behaupten, mit digitalen Anwendungen kundenfreundlich und zukunftsfähig aufstellen und gleichzeitig ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Wie das gelingen kann, zeigen Stefan Hagens und sein Team in eindrucksvoller Art und Weise. Besonders beeindruckend ist das herausragende Engagement des Preisträgers bei zwei Schwerpunktthemen der Handwerkskammer Bremen, der Ausbildung und der Betriebsnachfolge“, so Thomas Kurzke, Präses der Handwerkskammer Bremen.
Mut, Offenheit, Qualität
„Hairliner´s begegnet dem großen Fachkräftebedarf im Friseurhandwerk mit Mut, Offenheit und vorbildlicher Ausbildungsqualität. Das Team fördert seine Nachwuchskräfte unter anderem mit ergänzenden E-Learning-Angeboten, Fotoprojekten und, wenn erforderlich, mit begleitendem Deutschunterricht. So gelingt es ihm nicht nur, gute Auszubildende zu gewinnen, sondern auch künftige Fach- und Führungskräfte. Zwei langjährige Mitarbeiterinnen, die ihre Ausbildungen bei Hairliner´s absolviert haben, hat Stefan Hagens bereits als künftige Nachfolgerinnen gewinnen können. Schon heute werden sie in alle unternehmerischen Entscheidungen einbezogen. All das zeichnet Stefan Hagens und seinen Betrieb als Beispiel für modernes Handwerk und als würdigen Preisträger aus“, erklärt Andreas Meyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen.
Auch beim Thema Klimaschutz ist der Betrieb vorbildlich aufgestellt: Mit einem Wassersparprogramm, dem Einsatz von recycelten Folien aus Papier statt Aluminium, energieeffizienter Gebäudetechnik und Firmenfahrrädern zeigt Hairliner´s, dass Nachhaltigkeit auch im Friseurhandwerk gelebt werden kann. Gleichzeitig gehört das Unternehmen zu den digitalen Vorreitern seiner Branche: Von der Terminbuchung bis zur Buchhaltung laufen alle Prozesse digital. Für Auszubildende sind elektronische Berichtshefte Standard, ergänzt durch ein eigenes E-Learning-Programm.

Das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro spendet Stefan Hagens an den Verein Conpart. Dessen 2. Vorsitzende Gerhild Alf (Mitte) nahm bei der Preisverleihung in der Sparkasse Bremen den symbolischen Scheck entgegen. Moderatorin Carlotta Polter führte durch den Abend.
„Auszubildende sind glücklicher“ Als Gastredner konnten die Sparkasse und die Handwerkskammer den Generationenforscher Rüdiger Maas gewinnen. Der Spiegel Bestseller-Autor (Generation arbeitsunfähig) und Gründer des Augsburger Instituts für Generationenforschung erläuterte den Gästen in kurzweiliger Art und Weise, warum die häufig pauschal kritisierte Generation Z so ist, wie sie ist und wie Ausbildungsbetriebe sich auf sie einstellen können. Mit Pauschalurteilen über die um die 20-Jährigen räumte er auf und gab der Elterngeneration Anlass zur selbstkritischen Betrachtung: „Wir versuchen, den Jungen alles abzunehmen und gleichzeitig sagen wir, sind sind faul“. Betrieben empfiehlt er für die Suche nach guten Auszubilden, möglich viel Praxis zu präsentieren. Handwerkliche Arbeit stoße bei Berufmessen meist auf größeres Interesse als Roboter oder digitale Techniken, da viele Jugendliche vom Digitalen übersättigt seien. Jungen Menschen, die schon in der Ausbildung sind, sei eine gute Arbeitsatmosphäre und Wertschätzung am wichtigsten. Hier könnten gerade die meist kleinen Handwerksbetriebe punkten. Ein weiteres Argument, das für das Handwerk spricht: Junge Menschen, die eine Ausbildung machen statt zu studieren, sind laut Rüdiger Maas meist auch ein Stück glücklicher.


