Christian Metje (Geschäftsführer) und Karl-Heinz Bley (Präsident) vom Landesverband des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen sowie Hans Jörg Koßmann (Obermeister) und Anke Kuckertz (Geschäftsführerin) von der Kfz-Innung Bremen (v.l.) stellten die Kfz-Bilanz 2025 vor.
Der Pkw-Markt an der Weser erlebte im vergangenen Jahr eine bisher nicht gekannte Berg- und Talfahrt. Dieses Fazit haben Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbands des Kfz-Gewerbes Niedersachsen Bremen, und Hans Jörg Koßmann, Obermeister der Kfz-Innung Bremen, bei ihrer Jahrespressekonferenz gezogen.
Insgesamt 63.990 (Vorjahr: 64.951) Käufe neuer und gebrauchter Pkw stehen in der Bilanz eines „schwierigen und auch schmerzhaften Autojahres“. Vor allem das Ergebnis der Neuzulassungen mit minus 12,9 Prozent, die Ausbildungsbilanz mit 16,2 Prozent weniger neuen Ausbildungsverträgen und eine deutlich gesunkene Umsatzrendite vor Steuern auf 2,1 stehen auf der Schattenseite.
Etwas besser stellt sich das Servicegeschäft dar. Mit 91,2 Prozent ist die Werkstattauslastung lediglich um 1,7 Prozent gesunken. Dennoch sieht Hans Jörg Koßmann auch hier deutliche Veränderungen: „Das Wachstum sinkt. Werkstätten, die früher Wochen im Voraus ausgebucht waren, haben plötzlich Lücken“.
Positiv stellt sich die Jahresbilanz bei der Elektromobilität im Neuwagen- und auch Gebrauchtwagenmarkt dar. Bei der Steigerung der vollelektrischen neuen Pkw (BEV) um 41,8 Prozent auf 3.264 Stromer müsse aber berücksichtigt werden, dass Hersteller und Importeure mit starken Eigenzulassungen aktiv waren. Bei dem auf 34,3 (Vorjahr: 20,5) Prozent gestiegenen E-Anteil an den Neuzulassungen ragten Plug-in-Hybride (PHEV) mit einem Plus von 52,1 Prozent heraus.
Große Sorgen bereitet dem Kfz-Gewerbe der Kostenanstieg bei der individuellen Mobilität. „Das Auto darf nicht zum Luxus für wenige werden“, so Bley und Koßmann.
Auch deshalb fordert der Obermeister – bei grundsätzlicher Skepsis gegenüber staatlichen Kaufpreisförderungen – eine Ausweitung dieser auch auf gebrauchte E-Fahrzeuge. „90 Prozent der Privatkäufe sind Gebrauchtwagen. Der durchschnittliche Gebrauchte kostet 18.560 Euro – ein Neuwagen über 26.000 Euro mehr. Warum ignoriert die Politik diesen Markt, warum wird Elektromobilität fast ausschließlich über Neuwagen gedacht?“
Sorgen bereitet Hans Jörg Koßmann auch die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Der Rückgang von 16 Prozent bei den geschlossenen Ausbildungsverträgen sei ein Warnsignal. In diesem Zusammenhang stellte er fest: „Die Ausbildungsabgabe hat ihr Ziel, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, gnadenlos verfehlt. Sie belastet Betriebe zusätzlich, ohne die strukturellen Probleme zu lösen.“ Mehr Bürokratie schaffe keine Auszubildenden. Stattdessen müsse die Bildung in Bremen verbessert werden. „Wenn junge Menschen die Schule verlassen, ohne ausreichend vorbereitet zu sein, dann hilft auch die beste Ausbildungsinitiative nichts.“

